Unser Traum von Schule

In dem von den Schulgremien gemeinsam vereinbarten Schulprogramm der PMS sind die grundlegenden Werte unserer pĂ€dagogischen Arbeit dargelegt, zusammengefasst unter dem Motto „Prima Miteinander Schule machen“ und symbolisiert im Schullogo, der PMS-Eule.

Im Jahr des 125-jĂ€hrigen SchuljubilĂ€ums ist die PrĂ€sident-Mohr-Schule mittlerweile im siebten Jahr eine rhythmisierte Ganztagsschule in Angebotsform. In den Klassenstufen 1 bis 4 arbeiten und leben an unserer Schule zurzeit 256 SchĂŒlerinnen und SchĂŒler in 13 Klassen, 20 Lehrerinnen und Lehrer, zwei ReligionspĂ€dagogen, eine SekretĂ€rin, ein Hausmeister, zwei FSJ-ler, 25 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Ganztag (inkl. der bestehenden Kooperationen), drei ReinigungskrĂ€fte und ein Schulsozialarbeiter. Diese vielen Mitarbeiter gehören zu unserem PMS-Team, deren verlĂ€ssliches Engagement fĂŒr das Gelingen unserer Arbeit unverzichtbar ist. Unsere Schule hat in den vergangenen Jahren stetig eine Öffnung sowohl nach außen als auch in die Schule hinein erfahren – nicht zuletzt auch durch die Einrichtung des Ganztagsschulkonzeptes. Viele Kooperationen mit außerschulischen Partnern sind entstanden und werden von den Beteiligten gleichermaßen als Bereicherung empfunden.

Unsere Arbeit vollzieht sich im Spannungsfeld zwischen Wissens-/Kompetenzvermittlung und Erziehung. Jedes Kind kommt mit individuellen Voraussetzungen, Talenten, FĂ€higkeiten und Fertigkeiten in die Schule. Unser Ziel ist es, die Kinder zu Persönlichkeiten zu erziehen, die ĂŒber Selbst- und Sozialkompetenz verfĂŒgen. Die Kinder sollen, wenn sie unsere Schule verlassen, so weit sein, dass sie – auf ein Grundwissen aufbauend – sich weitere Kenntnisse selbst aneignen können, dass sie Aufgaben zielstrebig lösen können und, dass sie im Umgang mit anderen sicher sind. Ansporn aller am Erziehungs- und Bildungsprozess ist es daher, eine AtmosphĂ€re zu schaffen, die von Vertrauen, FĂŒrsorge, Geborgenheit und schöpferischer Freiheit geprĂ€gt ist.

Hier hat die PrÀsident-Mohr-Schule in den vergangenen Jahren ein vielfÀltiges Schulprofil herausgearbeitet, dessen konkrete Ausgestaltung Ihnen wie in einer Zusammenschau auf den folgenden Seiten dieser JubilÀumsschrift vorliegt. Lassen Sie mich einige unserer zentralen Themen voranstellen:

Individuelle Lernprozesse

Eine der grundlegenden Erfahrungen unserer pĂ€dagogischen Arbeit ist, dass die Divergenz in Wissen und Fertigkeiten, mit denen die Kinder zu uns kommen, in QualitĂ€t und QuantitĂ€t stetig zugenommen hat. Angesichts dieser HeterogenitĂ€t in den Klassen ist ein Unterrichten „im Gleichschritt“ nicht zielfĂŒhrend. Es mĂŒssen individuelle Förderkonzepte erstellt werden, welche der Förderung jedes einzelnen Kindes gerecht werden. Hier ermöglichen Konzepte wie persönlicher Lernweg, Lernstraßen, Wochenplanarbeit, Stationenarbeit, bewegtes Lernen, Aufgabendifferenzierung und Diagnoseerstellung eine individuelle Lernprozessbegleitung. Dies gelingt in dem Maße, wie entsprechende Rahmenbedingungen fĂŒr die personellen, zeitlichen und rĂ€umlichen Ressourcen vorhanden sind.

Spracherziehung

Die Sprache ist der SchlĂŒssel des Individuums zur Erschließung der Welt! Die Lesekompetenz stellt eine wichtige SchlĂŒsselqualifikation in der heutigen Informationsgesellschaft dar. Sie hat einen entscheidenden Einfluss auf nahezu alle Lebensbereiche und ist schlechthin die Basis fĂŒr einen gelungenen Bildungsweg. Die Einrichtung des Leseclubraums an der PMS in Zusammenarbeit mit der Stiftung Lesen ist ein wichtiger Baustein in der Spracherziehung der PMS. Dahinter steckt ein niederschwelliges Angebot, die Lesebereitschaft und Lesefreude bei den Kindern zu wecken, so dass sie ihre Lesekompetenz kontinuierlich weiter entwickeln. Die Gestaltung von Klassenzeitungen und SchĂŒlerartikeln fĂŒr die jĂ€hrliche Ausgabe der „Mohrpost“ gehören ebenso dazu wie das Projekt „SchĂŒler lesen Zeitung“. In zusĂ€tzlichen differenzierenden Deutschkursen erwerben die SchĂŒlerinnen und SchĂŒler mit Migrationshintergrund das grundlegende VerstĂ€ndnis der deutschen Sprache.

Forschen und Experimentieren

Aus Alltagserfahrungen und der direkten Auseinandersetzung mit ihrer Lebenswelt entwickeln Kinder bereits frĂŒh erste Vorstellungen von naturwissenschaftlichen PhĂ€nomenen und ZusammenhĂ€ngen. Diese Vorerfahrungen und vor allem die Neugier der Kinder gilt es aufzugreifen, zu bestĂ€rken und weiterzuentwickeln. Als sogenannte MINT-Schule kooperieren wir mit der Firma Boehringer. Sie hilft durch kostenlos bereit gestellte ExperimentierkĂ€sten und regelmĂ€ĂŸig stattfindende Lehrerfortbildungen.

Medienkompetenz

Die StĂ€rkung der Medienkompetenz ist ein aktuelles Bildungsziel, das verpflichtend fĂŒr alle Schulen mit dem Konzept des Medienkompass umgesetzt wird. Wir sind seit 2017 Projektschule des Landesprogramms „Medienkompetenz macht Schule“. Im Rahmen unserer Vereinbarungen zum schulischen Medienkonzept werden unsere Kinder im alltĂ€glichen Unterricht im Umgang mit den digitalen Medien wie Tablet, Laptop, interaktive Tafel und den dazugehörigen Software-Anwendungen gefördert. Dabei verfolgen wir ausdrĂŒcklich keine Verabsolutierung der Medienwelt, sondern wir geben auch weiterhin dem konkreten Erfahrungslernen den notwendigen Stellenwert.

Lern- und LebensrÀume im Ganztag

Das Leben und Lernen wĂ€hrend eines ganzen Tages stellt besondere Anforderungen an pĂ€dagogische RĂ€ume und AußenflĂ€chen, an die Organisation von zeitlichen AblĂ€ufen und an die Planung von Lernprozessen, damit sich alle in der Schule wohlfĂŒhlen. Aus diesem Grunde entschied man sich fĂŒr das rhythmisierte Ganztagsmodell an der PMS, das heißt: Die Kinder erleben einen Großteil ihres Tages im Klassenverband mit vertrauten Bezugspersonen. Unser Augenmerk liegt hier auf einem bedĂŒrfnisgerechten Tagesablauf fĂŒr die Kinder im Sinne eines guten Wechsels von Arbeiten und Erholen, Toben und Spielen, Austausch und Stille. Der anstehende Neu-/Umbau der Schule wird dringend ersehnt, um diesen BedĂŒrfnissen angemessen Raum geben zu können.

KreativitÀt (Kunst und Musik)

Ästhetisches Lernen, musikalische BetĂ€tigung und kulturelle Bildung fördern auf vielfĂ€ltige Weise die Persönlichkeitsentwicklung. Sie stĂ€rken die IndividualitĂ€t der Kinder und fordern sie zur KreativitĂ€t heraus. Seit vielen Jahren gibt es eine enge Kooperation mit der Ingelheimer KĂŒnstlerin Katja von Puttkamer. In ihren Projekten innerhalb des Landesprogramms „Jedem Kind seine Kunst“ schĂ€rfen die Kinder ihre Sinne, nehmen PhĂ€nomene neu wahr und beschĂ€ftigen sich mit den verschiedensten Gestaltungsweisen. Aktuell partizipieren die Kinder an den Planungen zum Schulneubau im derzeitigen Kunstprojekt „Unser Traum von Schule – wir trĂ€umen unsere Schule“. Einen weiteren Schwerpunkt bildet der musikalische Bereich fĂŒr unsere schulische Arbeit. Das Schulleben wird durch den großen Schulchor sowie die vielen Musikgruppen aus der Kooperation mit der Musikschule lebendig und vielfĂ€ltig. Das jĂ€hrliche Kooperationskonzert „PMS on Stage“ bildet den Höhepunkt dieser fruchtbaren Zusammenarbeit mit unserem Kooperationspartner Musikschule, auf den alle sehr stolz sind.

Sport und Bewegung

Kinder haben große Freude an Bewegung, der sie in Sport und Spiel nachkommen wollen. Besondere Bedeutung hat dieser Aspekt fĂŒr den Ganztagsbereich. Unser Ziel ist es, die Bewegungsfreude zu erhalten und zu fördern. Dies geschieht im Sportunterricht, aber auch durch vielfĂ€ltige Bewegungsmöglichkeiten auf dem SchulgelĂ€nde. Gerade die Planungen zum AußengelĂ€nde des Schulneubaus bieten hier sicherlich Aussicht auf notwendige Verbesserungen. Eine langjĂ€hrige Tradition hat die erfolgreiche Teilnahme von PMS-Mannschaften an den wiederkehrenden SportwettkĂ€mpfen der verschiedenen Grundschulwettbewerbe sowie neuerdings am „Ingelheimer Halbe“. Die enge Kooperation mit der Turn- und Sportgemeinde 1848 Ober-Ingelheim ist hier im Sinne bester Jugendarbeit fĂŒr Schule und Verein sehr fruchtbar.

Soziales Lernen

Gemeinschaftssinn, interkulturelle VerstĂ€ndigung und IdentitĂ€tsbildung sind wichtige Ziele des sozialen Lernens. Unsere Schulgemeinschaft engagiert sich seit vielen Jahren fĂŒr ein gut ausgeprĂ€gtes Sozialverhalten aller Beteiligten untereinander. GewaltprĂ€vention und Konfliktbearbeitung sind fest verankerte regelmĂ€ĂŸige Angebote von Mediation und Schulsozialarbeit. Wichtiger Bestandteil im Unterricht sind immer wiederkehrende Übungen in Form von Streitgeschichten und die Streitschlichterausbildung. Unser Schulsozialarbeiter ist an vier Tagen der Woche durchgehend prĂ€sent an der Schule. Die gute Kooperation grĂŒndet auf einem vertrauensvollen Miteinander mit intensivem Austausch. Die langjĂ€hrige Schulpartnerschaft mit der französischen Partnerschule École Bouteiller steht als ein gutes Beispiel fĂŒr unsere Angebote zur interkulturellen VerstĂ€ndigung.

Demokratieerziehung

Demokratie kann (muss) gelernt werden, was die aktuellen Entwicklungen immer wieder zeigen. Das Konzept des Klassenrats fördert das demokratische Miteinander und die Partizipation in der Schule. Der Klassenrat ist das demokratische Forum einer Klasse. In den wöchentlichen Sitzungen beraten, diskutieren und entscheiden die SchĂŒlerinnen und SchĂŒler ĂŒber selbstgewĂ€hlte Themen: ĂŒber die Gestaltung und Organisation des Lernens und Zusammenlebens in Klasse und Schule, ĂŒber aktuelle Probleme und Konflikte, ĂŒber gemeinsame Planungen und AktivitĂ€ten. An der Ausweitung dieses Konzepts im Hinblick auf die klassenĂŒbergreifende Ebene des SchĂŒlerrats lohnt es sich, zu arbeiten.

Gemeinsam Verantwortung tragen

Schule im stĂ€ndigen Prozess weiter zu entwickeln, gelingt in dem Maße, wie Engagement und UnterstĂŒtzung bereitstehen. Bei der ErfĂŒllung der vielen schulischen Aufgaben sind zwei wichtige Gremien innerhalb der Schulgemeinschaft von tragender Bedeutung: Schulelternbeirat und Förderverein. Der Schulelternbeirat trĂ€gt zu wichtigen Entscheidungen aus der Elternperspektive bei. Die bestehende vertrauensvolle Zusammenarbeit mit dem SEB ist hier eine gute Voraussetzung. Seit vielen Jahren unterstĂŒtzt der Förderverein ideell, personell und finanziell schulische Projekte und gewĂ€hrt Hilfe im Einzelfall. Übrigens feiert der Freundes- und Förderkreis der PrĂ€sident-Mohr-Schule im JubilĂ€umsjahr der Schule sein 25-jĂ€hriges Bestehen. So kann ich nicht nur dem Förderverein meinen herzlichsten GlĂŒckwunsch aussprechen, sondern der gesamten Schulgemeinschaft gratulieren, dass es diese UnterstĂŒtzung weiterhin gibt! Auch im Jahr unseres 125-jĂ€hrigen JubilĂ€ums blicken wir auf weitreichende VerĂ€nderungen, die noch vor uns liegen. Die gemeinsamen Vorbereitungen von SchultrĂ€ger, Schulaufsicht und Schulgemeinschaft zur Ausschreibung des Architektenwettbewerbs in Sachen Schulneubau laufen auf Hochtouren. Es ist spannend, diesen Prozess zu begleiten, denn es ist die Chance, einen modernen Schulbau mit anregenden Lern- und LebensrĂ€umen fĂŒr den Stadtteil Ober-Ingelheim nachhaltig und bedĂŒrfnisorientiert zu schaffen, nicht nur fĂŒr die Kinder der jetzigen Generation, sondern auch fĂŒr zukĂŒnftige SchĂŒlergenerationen. Eine bedeutsame Frage bei der Ausgestaltung von GebĂ€uden, RĂ€umen, Umgebung und PlĂ€tzen muss uns dabei lenken: die gute Umsetzbarkeit der Lernkonzepte und pĂ€dagogischen Zielsetzungen der Schule. Hieran wird das Ergebnis der Schulbauplanung gemessen werden.